09.04.2020

Andacht: Geheimnisvolle Vorbereitungen

Gründonnerstag geht es um das Letzte Abendmahl, das ist bekannt. Im Lukasevangelium steht, wie es zu diesem Abendmahl kam:

Die Vorbereitung des Letzten Abendmahls

Es kam nun der Tag der Ungesäuerten Brote, an dem man das Passalamm opfern musste. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passalamm, damit wir’s essen. Sie aber fragten ihn: Wo willst du, dass wir’s bereiten? Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, und sagt zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist die Herberge, in der ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, schön ausgelegt; dort bereitet das Mahl. Sie gingen hin und fanden’s, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm.
— Lukas 22,7–13 (Lutherbibel 2017)

Lukas erzählt von den Vorbereitungen. Es war ein Passamahl, bei dem man sich an den Beginn des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten erinnerte. Es heißt auch Fest der ungesäuerten Brote.

Aber das ist nicht das Erstaunliche – erstaunlich ist die Art der Vorbereitung. Jesus schickt zwei seiner Jünger, einen Raum zu besorgen. Und wie soll das gehen? »Folgt einem bestimmten Sklaven und fragt seinen Besitzer nach einem Raum«, gibt Jesus ihnen auf. Da braucht man aber Gottvertrauen, um solchen Anweisungen zu folgen! Niemand würde heutzutage auf solche Art ein Fest vorbereiten. Wunderbarere Weise hat es damals geklappt. Die Jünger haben einen »schön ausgelegten Saal« gefunden.

Wie der Saal ausgesehen hat, wissen wir nicht. Künstler haben uns gezeigt, wie sie sich diesen Saal vorgestellt haben. Da Vinci hat es gemalt, es ist das berühmte Bild mit dem »Tapeziertisch«. Doch für uns ist dieser Saal versperrt, liegt wie hinter einer Tür – der unserer Vorstellung, unserer Phantasie.

Geheimnisvolle Verhüllung

So ist es auch mit unserem Glauben dieser Tage. Die Welt ist im Krisenmodus und vieles bisher Gültige ist ungewiss geworden. Vor der Zukunft ist auch so eine »Tür«, die den Ausblick verdeckt.

Im Lukasevangelium erfahren wir, was dahinter liegt: Gott feiert mit uns. Brot und Wein symbolisieren das schiere Leben, Zukunft.

Erinnern wir uns daran, dass Gott uns zu seinem Fest eingeladen hat. Daran ändert keine Krise etwas, sie macht das Leben nur auf Zeit etwas anders. Gründonnerstag bedeutet: auch wir haben Zukunft, denn Gott begegnet uns immer wieder. Er hält Gutes für uns bereit, auch wenn uns die Sicht darauf noch versperrt ist.

Gott, hab’ Dank dafür,
dass ich bewahrt bin.
Die Welt steht Kopf,
mein Herz ist unruhig.
Wie wird es weitergehen?
Was wird bleiben?
Was wird kommen?
Herr, bleibe Du bei mir.
Wehre allem, was mich ängstigt
Hilf mir, neue Wege zu finden
auch wenn dies schwer fällt.
Lass mich erleben:
Du bist mir mir.
Das gebe mir Kraft,
wie auch die Begegnung
mit Dir
mit anderen
in Brot und Wein
schon bald wieder.
Amen.